Allgemeine Auftragsbedingungen für Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften

Stand: Juli 2018

Die fol­gen­den „All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gun­gen“ gel­ten für Verträge zwis­chen Steuer­ber­atern, Steuer­bevollmächtigten und Steuer­ber­atungs­ge­sellschaften (im Fol­gen­den „Steuer­ber­ater“ genan­nt) und ihren Auf­tragge­bern, soweit nicht etwas anderes aus­drück­lich in Textform vere­in­bart oder geset­zlich zwin­gend vorgeschrieben ist.

  1. Umfang und Aus­führung des Auf­trags
    (1) Für den Umfang der vom Steuer­ber­ater zu erbrin­gen­den Leis­tun­gen ist der erteilte Auf­trag maßgebend. Der Auf­trag wird nach den Grund­sätzen ord­nungs­gemäßer Beruf­sausübung unter Beach­tung der ein­schlägi­gen beruf­s­rechtlichen Nor­men und der Beruf­spflicht­en (vgl. StBerG, BOStB) aus­ge­führt.
    (2) Die Berück­sich­ti­gung aus­ländis­chen Rechts bedarf ein­er aus­drück­lichen Vere­in­barung in Textform.
    (3) Ändert sich die Recht­slage nach abschließen­der Erledi­gung ein­er Angele­gen­heit, so ist der Steuer­ber­ater nicht verpflichtet, den Auf­tragge­ber auf die Änderung oder die sich daraus ergeben­den Fol­gen hinzuweisen.
    (4) Die Prü­fung der Richtigkeit, Voll­ständigkeit und Ord­nungsmäßigkeit der dem Steuer­ber­ater übergebe­nen Unter­la­gen und Zahlen, ins­beson­dere der Buch­führung und Bilanz, gehört nur zum Auf­trag, wenn dies in Textform vere­in­bart ist. Der Steuer­ber­ater wird die vom Auf­tragge­ber gemacht­en Angaben, ins­beson­dere Zahle­nangaben, als richtig zu Grunde leg­en. Soweit er offen­sichtliche Unrichtigkeit­en fest­stellt, ist er verpflichtet, darauf hinzuweisen.
    (5) Der Auf­trag stellt keine Voll­macht für die Vertre­tung vor Behör­den, Gericht­en und son­sti­gen Stellen dar. Sie ist geson­dert zu erteilen. Ist wegen der Abwe­sen­heit des Auf­tragge­bers eine Abstim­mung mit diesem über die Ein­le­gung von Rechts­be­helfen oder Rechtsmit­teln nicht möglich, ist der Steuer­ber­ater im Zweifel zu frist­wahren­den Hand­lun­gen berechtigt und verpflichtet.

     

  2. Ver­schwiegen­heit­spflicht
    (1) Der Steuer­ber­ater ist nach Maß­gabe der Geset­ze verpflichtet, über alle Tat­sachen, die ihm im Zusam­men­hang mit der Aus­führung des Auf­trags zur Ken­nt­nis gelan­gen, Stillschweigen zu bewahren, es sei denn, der Auf­tragge­ber ent­bindet ihn von dieser Verpflich­tung. Die Ver­schwiegen­heit­spflicht beste­ht auch nach Beendi­gung des Ver­tragsver­hält­niss­es fort. Die Ver­schwiegen­heit­spflicht beste­ht im gle­ichen Umfang auch für die Mitar­beit­er des Steuer­ber­aters.
    (2) Die Ver­schwiegen­heit­spflicht beste­ht nicht, soweit die Offen­le­gung zur Wahrung berechtigter Inter­essen des Steuer­ber­aters erforder­lich ist. Der Steuer­ber­ater ist auch insoweit von der Ver­schwiegen­heit­spflicht ent­bun­den, als er nach den Ver­sicherungs­be­din­gun­gen sein­er Beruf­shaftpflichtver­sicherung zur Infor­ma­tion und Mitwirkung verpflichtet ist.
    (3) Geset­zliche Auskun­fts- und Aus­sagev­er­weigerungsrechte nach § 102 AO, § 53 StPO und § 383 ZPO bleiben unberührt.
    (4) Der Steuer­ber­ater ist von der Ver­schwiegen­heit­spflicht ent­bun­den, soweit dies zur Durch­führung eines Zer­ti­fizierungsau­dits in der Kan­zlei des Steuer­ber­aters erforder­lich ist und die insoweit täti­gen Per­so­n­en ihrer­seits über ihre Ver­schwiegen­heit­spflicht belehrt wor­den sind. Der Auf­tragge­ber erk­lärt sich damit ein­ver­standen, dass durch den Zertifizierer/Auditor Ein­sicht in seine – vom Steuer­ber­ater angelegte und geführte – Han­dak­te genom­men wird.

     

  3. Mitwirkung Drit­ter
    Der Steuer­ber­ater ist berechtigt, zur Aus­führung des Auf­trags Mitar­beit­er und unter den Voraus­set­zun­gen des § 62a StBerG auch externe Dien­stleis­ter (ins­beson­dere daten­ver­ar­bei­t­ende Unternehmen) her­anzuziehen. Die Beteili­gung fachkundi­ger Drit­ter zur Man­dats­bear­beitung (z. B. andere Steuer­ber­ater, Wirtschaft­sprüfer, Recht­san­wälte) bedarf der Ein­willi­gung und des Auf­trags des Auf­tragge­bers. Der Steuer­ber­ater ist nicht berechtigt und verpflichtet, diese Drit­ten ohne Auf­trag des Auf­tragge­bers hinzuzuziehen.

     

  4. a Elek­tro­n­is­che Kom­mu­nika­tion, Daten­schutz 1)
    (1) Der Steuer­ber­ater ist berechtigt, per­so­n­en­be­zo­gene Dat­en des Auf­tragge­bers im Rah­men der erteil­ten Aufträge maschinell zu erheben und in ein­er automa­tisierten Datei zu ver­ar­beit­en oder einem Dien­stleis­tungsrechen­zen­trum zur weit­eren Auf­trags­daten­ver­ar­beitung zu über­tra­gen.
    (2) Der Steuer­ber­ater ist berechtigt, in Erfül­lung sein­er Pflicht­en nach der DSGVO und dem Bun­des­daten­schutzge­setz einen Beauf­tragten für den Daten­schutz zu bestellen. Sofern dieser Beauf­tragte für den Daten­schutz nicht bere­its nach Ziff. 2 Abs. 1 Satz 3 der Ver­schwiegen­heit­spflicht unter­liegt, hat der Steuer­ber­ater dafür Sorge zu tra­gen, dass der Beauf­tragte für den Daten­schutz sich mit Auf­nahme sein­er Tätigkeit zur Wahrung des Datenge­heimniss­es verpflichtet.
    (3) Soweit der Auf­tragge­ber mit dem Steuer­ber­ater die Kom­mu­nika­tion per Tele­fax­an­schluss oder über eine E‑Mail-Adresse wün­scht, hat der Auf­tragge­ber sich an den Kosten zur Ein­rich­tung und Aufrechter­hal­tung des Ein­satzes von Sig­naturver­fahren und Ver­schlüs­selungsver­fahren des Steuer­ber­aters (bspw. zur Anschaf­fung und Ein­rich­tung notwendi­ger Soft- bzw. Hard­ware) zu beteili­gen.

     

  5. Män­gelbe­sei­t­i­gung
    (1) Der Auf­tragge­ber hat Anspruch auf Besei­t­i­gung etwaiger Män­gel. Dem Steuer­ber­ater ist Gele­gen­heit zur Nachbesserung zu geben. Der Auf­tragge­ber hat das Recht – wenn und soweit es sich bei dem Man­dat um einen Dien­stver­trag i. S. d. §§ 611, 675 BGB han­delt –, die Nachbesserung durch den Steuer­ber­ater abzulehnen, wenn das Man­dat durch den Auf­tragge­ber been­det und der Man­gel erst nach wirk­samer Beendi­gung des Man­dats fest­gestellt wird.
    (2) Beseit­igt der Steuer­ber­ater die gel­tend gemacht­en Män­gel nicht inner­halb ein­er angemesse­nen Frist oder lehnt er die Män­gelbe­sei­t­i­gung ab, so kann der Auf­tragge­ber auf Kosten des Steuer­ber­aters die Män­gel durch einen anderen Steuer­ber­ater beseit­i­gen lassen bzw. nach sein­er Wahl Her­ab­set­zung der Vergü­tung oder Rück­gängig­machung des Ver­trags ver­lan­gen.
    (3) Offen­bare Unrichtigkeit­en (z. B. Schreibfehler, Rechen­fehler) kön­nen vom Steuer­ber­ater jed­erzeit, auch Drit­ten gegenüber, berichtigt wer­den. Son­stige Män­gel darf der Steuer­ber­ater Drit­ten gegenüber mit Ein­willi­gung des Auf­tragge­bers berichti­gen. Die Ein­willi­gung ist nicht erforder­lich, wenn berechtigte Inter­essen des Steuer­ber­aters den Inter­essen des Auf­tragge­bers vorge­hen.

     

  6. Haf­tung
    (1) Die Haf­tung des Steuer­ber­aters und sein­er Erfül­lungs­ge­hil­fen für einen Schaden, der aus ein­er oder – bei ein­heitlich­er Schadens­folge – aus mehreren Pflichtver­let­zun­gen anlässlich der Erfül­lung eines Auf­trags resul­tiert, wird auf 1.000.000,00 € (in Worten: eine Mil­lion €) begrenzt.Die Haf­tungs­be­gren­zung bezieht sich allein auf Fahrläs­sigkeit. Die Haf­tung für Vor­satz bleibt insoweit unberührt. Von der Haf­tungs­be­gren­zung ausgenom­men sind Haf­tungsansprüche für Schä­den aus der Ver­let­zung des Lebens, des Kör­pers oder der Gesund­heit. Die Haf­tungs­be­gren­zung gilt für die gesamte Tätigkeit des Steuer­ber­aters für den Auf­tragge­ber, also ins­beson­dere auch für eine Ausweitung des Auf­tragsin­halts; ein­er erneuten Vere­in­barung der Haf­tungs­be­gren­zung bedarf es insoweit nicht. Die Haf­tungs­be­gren­zung gilt auch bei Bil­dung ein­er Sozietät/Partnerschaft und Über­nahme des Auf­trags durch die Sozietät/Partnerschaft sowie für neu in die Sozietät/Partnerschaft ein­tre­tende Sozien/Partner. Die Haf­tungs­be­gren­zung gilt fern­er auch gegenüber Drit­ten, soweit diese in den Schutzbere­ich des Man­datsver­hält­niss­es fall­en; § 334 BGB wird insoweit aus­drück­lich nicht abbedun­gen. Einzelver­tragliche Haf­tungs­be­gren­zungsvere­in­barun­gen gehen dieser Regelung vor, lassen die Wirk­samkeit dieser Regelung jedoch – soweit nicht aus­drück­lich anders geregelt – unberührt.
    (2) Die Haf­tungs­be­gren­zung gilt, wenn entsprechend hoher Ver­sicherungss­chutz bestanden hat, rück­wirk­end von Beginn des Man­datsver­hält­niss­es bzw. dem Zeit­punkt der Höherver­sicherung an und erstreckt sich, wenn der Auf­trag­sum­fang nachträglich geän­dert oder erweit­ert wird, auch auf diese Fälle.

     

  7. Pflicht­en des Auf­tragge­bers; unter­lassene Mitwirkung und Annah­mev­erzug des Auf­tragge­bers
    (1) Der Auf­tragge­ber ist zur Mitwirkung verpflichtet, soweit es zur ord­nungs­gemäßen Erledi­gung des Auf­trags erforder­lich ist. Ins­beson­dere hat er dem Steuer­ber­ater unaufge­fordert alle für die Aus­führung des Auf­trags notwendi­gen Unter­la­gen voll­ständig und so rechtzeit­ig zu übergeben, dass dem Steuer­ber­ater eine angemessene Bear­beitungszeit zur Ver­fü­gung ste­ht. Entsprechen­des gilt für die Unter­rich­tung über alle Vorgänge und Umstände, die für die Aus­führung des Auf­trags von Bedeu­tung sein kön­nen. Der Auf­tragge­ber ist verpflichtet, alle schriftlichen und mündlichen Mit­teilun­gen des Steuer­ber­aters zur Ken­nt­nis zu nehmen und bei Zweifels­fra­gen Rück­sprache zu hal­ten.
    (2) Der Auf­tragge­ber hat alles zu unter­lassen, was die Unab­hängigkeit des Steuer­ber­aters oder sein­er Erfül­lungs­ge­hil­fen beein­trächti­gen kön­nte.
    (3) Der Auf­tragge­ber verpflichtet sich, Arbeit­sergeb­nisse des Steuer­ber­aters nur mit dessen Ein­willi­gung weit­erzugeben, soweit sich nicht bere­its aus dem Auf­tragsin­halt die Ein­willi­gung zur Weit­er­gabe an einen bes­timmten Drit­ten ergibt.
    (4) Set­zt der Steuer­ber­ater beim Auf­tragge­ber in dessen Räu­men Daten­ver­ar­beitung­spro­gramme ein, so ist der Auf­tragge­ber verpflichtet, den Hin­weisen des Steuer­ber­aters zur Instal­la­tion und Anwen­dung der Pro­gramme nachzukom­men. Des Weit­eren ist der Auf­tragge­ber verpflichtet, die Pro­gramme nur in dem vom Steuer­ber­ater vorgeschriebe­nen Umfang zu nutzen, und er ist auch nur in dem Umfang zur Nutzung berechtigt. Der Auf­tragge­ber darf die Pro­gramme nicht ver­bre­it­en. Der Steuer­ber­ater bleibt Inhab­er der Nutzungsrechte. Der Auf­tragge­ber hat alles zu unter­lassen, was der Ausübung der Nutzungsrechte an den Pro­gram­men durch den Steuer­ber­ater ent­ge­gen­ste­ht.
    (5) Unter­lässt der Auf­tragge­ber eine ihm nach Ziff. 6 Abs. 1 bis 4 oder ander­weit­ig obliegende Mitwirkung oder kommt er mit der Annahme der vom Steuer­ber­ater ange­bote­nen Leis­tung in Verzug, so ist der Steuer­ber­ater berechtigt, den Ver­trag frist­los zu kündi­gen (vgl. Ziff. 9 Abs. 3). Unberührt bleibt der Anspruch des Steuer­ber­aters auf Ersatz der ihm durch den Verzug oder die unter­lassene Mitwirkung des Auf­tragge­bers ent­stande­nen Mehraufwen­dun­gen sowie des verur­sacht­en Schadens, und zwar auch dann, wenn der Steuer­ber­ater von dem Kündi­gungsrecht keinen Gebrauch macht.

     

  8. Urhe­ber­rechtss­chutz
    Die Leis­tun­gen des Steuer­ber­aters stellen dessen geistiges Eigen­tum dar. Sie sind urhe­ber­rechtlich geschützt. Eine Weit­er­gabe von Arbeit­sergeb­nis­sen außer­halb der bes­tim­mungs­gemäßen Ver­wen­dung ist nur mit vorheriger Zus­tim­mung des Steuer­ber­aters in Textform zuläs­sig.

     

  9. Vergü­tung, Vorschuss und Aufrech­nung
    (1) Die Vergü­tung (Gebühren und Aus­la­gen­er­satz) des Steuer­ber­aters für seine Beruf­stätigkeit nach § 33 StBerG bemisst sich nach der Steuer­ber­ater­vergü­tungsverord­nung (StBVV). Eine höhere oder niedrigere als die geset­zliche Vergü­tung kann in Textform vere­in­bart wer­den. Die Vere­in­barung ein­er niedrigeren Vergü­tung ist nur in außerg­erichtlichen Angele­gen­heit­en zuläs­sig. Sie muss in einem angemesse­nen Ver­hält­nis zu der Leis­tung, der Ver­ant­wor­tung und dem Haf­tungsrisiko des Steuer­ber­aters ste­hen (§ 4 Abs. 3 StBVV).
    (2) Für Tätigkeit­en, die in der Vergü­tungsverord­nung keine Regelung erfahren (z. B. § 57 Abs. 3 Nrn. 2 und 3 StBerG), gilt die vere­in­barte Vergü­tung, anderen­falls die für diese Tätigkeit vorge­se­hene geset­zliche Vergü­tung, anson­sten die übliche Vergü­tung (§§ 612 Abs. 2 und 632 Abs. 2 BGB).
    (3) Eine Aufrech­nung gegenüber einem Vergü­tungsanspruch des Steuer­ber­aters ist nur mit unbe­strit­te­nen oder recht­skräftig fest­gestell­ten Forderun­gen zuläs­sig.
    (4) Für bere­its ent­standene und voraus­sichtlich entste­hende Gebühren und Aus­la­gen kann der Steuer­ber­ater einen Vorschuss fordern. Wird der einge­forderte Vorschuss nicht gezahlt, kann der Steuer­ber­ater nach vorheriger Ankündi­gung seine weit­ere Tätigkeit für den Auf­tragge­ber ein­stellen, bis der Vorschuss einge­ht. Der Steuer­ber­ater ist verpflichtet, seine Absicht, die Tätigkeit einzustellen, dem Auf­tragge­ber rechtzeit­ig bekan­ntzugeben, wenn dem Auf­tragge­ber Nachteile aus ein­er Ein­stel­lung der Tätigkeit erwach­sen kön­nen.

     

  10. Beendi­gung des Ver­trags
    (1) Der Ver­trag endet mit Erfül­lung der vere­in­barten Leis­tun­gen, durch Ablauf der vere­in­barten Laufzeit oder durch Kündi­gung. Der Ver­trag endet nicht durch den Tod, durch den Ein­tritt der Geschäft­sun­fähigkeit des Auf­tragge­bers oder im Falle ein­er Gesellschaft durch deren Auflö­sung.
    (2) Der Ver­trag kann – wenn und soweit er einen Dien­stver­trag i. S. d. §§ 611, 675 BGB darstellt – von jedem Ver­tragspart­ner außeror­dentlich gekündigt wer­den, es sei denn, es han­delt sich um ein Dien­stver­hält­nis mit fes­ten Bezü­gen, § 627 Abs. 1 BGB; die Kündi­gung hat in Textform zu erfol­gen. Soweit im Einzelfall hier­von abgewichen wer­den soll, bedarf es ein­er Vere­in­barung, die zwis­chen Steuer­ber­ater und Auf­tragge­ber auszuhan­deln ist.
    (3) Bei Kündi­gung des Ver­trags durch den Steuer­ber­ater sind zur Ver­mei­dung von Recht­snachteilen des Auf­tragge­bers in jedem Fall noch diejeni­gen Hand­lun­gen durch den Steuer­ber­ater vorzunehmen, die zumut­bar sind und keinen Auf­schub dulden (z. B. Fristver­längerungsantrag bei dro­hen­dem Fristablauf).
    (4) Der Steuer­ber­ater ist verpflichtet, dem Auf­tragge­ber alles, was er zur Aus­führung des Auf­trags erhält oder erhal­ten hat und was er aus der Geschäfts­be­sorgung erlangt, her­auszugeben. Außer­dem ist der Steuer­ber­ater verpflichtet, dem Auf­tragge­ber auf Ver­lan­gen über den Stand der Angele­gen­heit Auskun­ft zu erteilen und Rechen­schaft abzule­gen.
    (5) Mit Beendi­gung des Ver­trags hat der Auf­tragge­ber dem Steuer­ber­ater die beim Auf­tragge­ber zur Aus­führung des Auf­trags einge­set­zten Daten­ver­ar­beitung­spro­gramme ein­schließlich ange­fer­tigter Kopi­en sowie son­stige Pro­gram­munter­la­gen unverzüglich her­auszugeben bzw. sie von der Fest­plat­te zu löschen.
    (6) Nach Beendi­gung des Auf­tragsver­hält­niss­es sind die Unter­la­gen beim Steuer­ber­ater abzu­holen.
    (7) Endet der Auf­trag vor sein­er voll­ständi­gen Aus­führung, so richtet sich der Vergü­tungsanspruch des Steuer­ber­aters nach dem Gesetz. Soweit im Einzelfall hier­von abgewichen wer­den soll, bedarf es ein­er geson­derten Vere­in­barung in Textform.

     

  11. Auf­be­wahrung, Her­aus­gabe und Zurück­be­hal­tungsrecht in Bezug auf Arbeit­sergeb­nisse und Unter­la­gen
    (1) Der Steuer­ber­ater hat die Han­dak­ten für die Dauer von zehn Jahren nach Beendi­gung des Auf­trags aufzube­wahren. Diese Verpflich­tung erlis­cht jedoch schon vor Beendi­gung dieses Zeitraums, wenn der Steuer­ber­ater den Auf­tragge­ber aufge­fordert hat, die Han­dak­ten in Emp­fang zu nehmen, und der Auf­tragge­ber dieser Auf­forderung bin­nen sechs Monat­en, nach­dem er sie erhal­ten hat, nicht nachgekom­men ist.
    (2) Han­dak­ten i. S. v. Abs. 1 sind nur die Schrift­stücke, die der Steuer­ber­ater aus Anlass sein­er beru­flichen Tätigkeit von dem Auf­tragge­ber oder für ihn erhal­ten hat, nicht aber der Briefwech­sel zwis­chen dem Steuer­ber­ater und seinem Auf­tragge­ber und für die Schrift­stücke, die dieser bere­its in Urschrift oder Abschrift erhal­ten hat, sowie für die zu inter­nen Zweck­en gefer­tigten Arbeitspa­piere (§ 66 Abs. 3 StBG).
    (3) Auf Anforderung des Auf­tragge­bers, spätestens aber nach Beendi­gung des Auf­trags, hat der Steuer­ber­ater dem Auf­tragge­ber die Han­dak­ten inner­halb ein­er angemesse­nen Frist her­auszugeben. Der Steuer­ber­ater kann von Unter­la­gen, die er an den Auf­tragge­ber zurück­gibt, Abschriften oder Fotokopi­en anfer­ti­gen und zurück­be­hal­ten.
    (4) Der Steuer­ber­ater kann die Her­aus­gabe der Han­dak­ten ver­weigern, bis er wegen sein­er Gebühren und Aus­la­gen befriedigt ist. Dies gilt nicht, soweit die Voren­thal­tung der Han­dak­ten und der einzel­nen Schrift­stücke nach den Umstän­den unangemessen wäre (§ 66 Abs. 2 Satz 2 StBerG).

     

  12. Son­stiges
    soweit er nicht Kauf­mann, juris­tis­che Per­son des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtlich­es Son­derver­mö­gen ist, anson­sten die beru­fliche Nieder­las­sung des Steuer­ber­aters. Der Steuer­ber­ater ist – nicht – bere­it, an einem Stre­it­bei­le­gungsver­fahren vor ein­er Ver­brauch­er­schlich­tungsstelle teilzunehmen (§§ 36, 37 VSBG).2)

     

  13. Wirk­samkeit bei Teil­nichtigkeit
    Falls einzelne Bes­tim­mungen dieser Geschäfts­be­din­gun­gen unwirk­sam sein oder wer­den soll­ten, wird die Wirk­samkeit der übri­gen Bes­tim­mungen dadurch nicht berührt.

     


1) Zur Ver­ar­beitung per­so­n­en­be­zo­gen­er Dat­en muss zudem eine Rechts­grund­lage aus Art. 6 DSGVO ein­schlägig sein. Dieser zählt die Rechts­grund­la­gen recht­mäßiger Ver­ar­beitung per­so­n­en­be­zo­gen­er Dat­en lediglich auf. Der Steuer­ber­ater muss außer­dem die Infor­ma­tion­spflicht­en gem. Art. 13 oder 14 DSGVO durch Über­mit­tlung zusät­zlich­er Infor­ma­tio­nen erfüllen. Hierzu sind die Hin­weise und Erläuterun­gen im Hin­weis­blatt zu dem Vor­druck Nr. 1005 „Daten­schutz­in­for­ma­tio­nen für Man­dan­ten“ und Nr. 1006 „Daten­schutz­in­for­ma­tion zur Ver­ar­beitung von Beschäftig­ten­dat­en“ zu beacht­en.

2) Falls die Durch­führung von Stre­it­bei­le­gungsver­fahren vor der Ver­brauch­er­schlich­tungsstelle gewün­scht ist, ist das Wort „nicht“ zu stre­ichen. Auf die zuständi­ge Ver­brauch­er­schlich­tungsstelle ist in diesem Fall unter Angabe von deren Anschrift und Web­site hinzuweisen.


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